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Elbehochwasser 2013

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Einsatznummer:
Datum:
Uhrzeit:
Einsatzort:
Eingesetzte Kräfte:
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7
09.06.2013
07:00 Uhr
Amt Neuhaus
Deichverteidigungszug 3
Während des Elbehochwassers 2013 war auch die Feuerwehr Garlstorf im Einsatz im Katastrophengebiet. Nachdem sich zunächst eine Entspannung aufgrund reduzierter Pegelhöhen ankündigte, sickerte während des Gemeindefeuerwehrtages in Garstedt durch, dass neue Prognosen einen zwei Meter höheren Pegelstand errechneten - was ein Überspülen der Deiche zur Folge haben würde. Gemeindebrandmeister Mertens kündigte während der Siegerehrung das Abrücken des Deichverteidigungszuges 3, dem die Wehren aus den Samtgemeinden Hanstedt und Salzhausen angehören, für den nächsten Morgen an. Noch auf dem Wettbewerbsplatz begannen wir mit der Einteilung erster Kameraden. Jede Wehr hat für den Deichverteidigungszug fünf Feuerwehrleute abzustellen.
Am nächsten Morgen wurde der MTW besetzt und zum Rathaus Salzhausen gefahren. Dort sammelten sich die Wehren der Samtgemeinde bevor es zum Treffpunkt zur FTZ nach Hittfeld ging. Dort vereinigten wir uns mit den Kameraden und Fahrzeugen aus der Samtgemeinde Hanstedt zum Deichverteidigungszug 3. Um acht Uhr startete eine Kolonne von 17 Löschgruppenfahrzeugen, Tragkraftspritzenfahrzeugen und Mannschaftstransportwagen unter Führung des Einsatzleitwagens aus Neu-Wulmstorf über die A39 in Richtung Elbe. Über die Elbbrücke bei Lauenburg fuhren wir bis zur Siedlung Pommau im Amt Neuhaus, Landkreis Lüneburg. Bereits in Lauenburg war deutlich der hohe Wasserstand der Elbe erkennbar. An jeder Ecke standen Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Polizei und DLRG.
In Pommau angekommen teilte sich der Zug in zwei Gruppen. Während die Kameraden aus Hanstedt zu einem nahen Sandsackfüllplatz fuhren und dort die Kreisfeuerwehrbereitschaft Hameln-Pyrmont unterstützten, wurden wir auf dem Elbdeich eingewiesen. Das Wasser stand zu diesem Zeitpunkt knapp zwei Meter unterhalb der Deichkrone. Wir erhielten den Auftrag, den Deich mit bereitgestellten Sandsäcken um 30 Zentimeter zu erhöhen. Dazu mussten die Säcke von bereitgestellten Paletten am Deichfuß mittels Menschenkette auf den Deich verbracht und dort in drei Schichten aufgestapelt werden. Innerhalb von 30 Minuten waren die bereitgestellten Paletten leer. Zunächst kam nur zögerlich Nachschub in Form von einzelnen Paletten, die mit einem kleinen privaten Radlader und einem Radlader des THW angeliefert wurden.
Aber dann ging es Schlag auf Schlag. Traktoren mit Anhänger, Lkws und selbst Kleintransporter lieferten Palette um Palette an. Langsam verzogen sich auch die Wolken und es wurde sehr warm auf dem Deich. Die bisher noch getragenen Einsatzjacken wurden abgelegt und alle 15 Minuten wurde eine kurze Getränkepause eingelegt. Die Versorgung, die in den Händen des DRK aus dem Landkreis Harburg lag war sehr gut. Getränke gab es ausreichend und mittags sogar eine warme Mahlzeit. Trotzdem war die Arbeit sehr anstrengend. Manche Sandsäcke waren bis zum Rand mit feuchtem Sand gefüllt und entsprechend schwer. Schon nach kurzer Zeit schmerzten fast allen die Arme und der Rücken. Aber trotzdem war die Laune sehr gut. Es wurde trotz der ernsten Lage viel gescherzt und gelacht.
Gegen 18 Uhr war unsere Schicht beendet. Wir wurden durch Bundeswehrsoldaten und die Kreisfeuerwehrbereitschaft aus Northeim abgelöst. In Kolonnenfahrt ging es wieder zurück in den Heimatlandkreis. Am Montag- und Dienstagmorgen wiederholte sich diese Prozedur. Am Montag war nochmal Pommau unser Einsatzort, am Dienstag ging es nach Neu Bleckede. Nachdem der Wasserstand am Mittwoch wahrscheinlich durch die Flutung der Havelpolder und des Deichbruchs bei Fischbeck unter den Prognosen blieb und etwa einen halben Meter unterhalb der Deichkrone blieb, konnte der Einsatz der Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Harburg zunächst beendet werden.